Residenzgambe von 1778 erklingt wieder
Die Residenzgambe ist ein historisches Instrument, fast 250 Jahre alt. Jetzt kann die Gambe wieder bei Konzerten erklingen. Mit Mitteln des Kulturministeriums wurde das Instrument restauriert.
Am Freitag hat Kulturministerin Bettina Martin einen ganz besonderen kulturellen Schatz aus den Beständen des Landesarchives der Öffentlichkeit präsentiert: die Residenzgambe. Das Instrument wurde 1778 von Johann Joseph Stadlmann in Wien gebaut. Sieben Jahre später kam die Gambe mit dem Musiker und Komponisten Franz Xaver Hammer an den Mecklenburg-Schwerinschen Hof zu Ludwigslust. Hammer wirkte dort von 1785 bis 1813 als Solist und Musiker in der Kapelle des Großherzogs Friedrich Franz I.
In den Besitz der Landesbibliothek bzw. der damaligen Großherzoglichen Regierungsbibliothek gelangte die Gambe 1891 gemeinsam mit den Musikalien der Mecklenburg-Schweriner Hofkapelle, inklusive der Werke Hammers. Sie wurde noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts regelmäßig gespielt. So soll sie regelmäßig vor Ostern ausgeliehen worden sein, um die Alt-Arie in Bachs Johannes-Passion zu untermalen. Sie ist nicht nur ein wichtiges Zeugnis des Mecklenburg-Schweriner Musikgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, sondern darüber hinaus die einzig erhaltene Gambe und eines der sehr wenigen erhaltenen Instrumente aus der Geschichte der Mecklenburg Schweriner Hofkapelle.
Für das notwendige Gutachten und die Restaurierung sowie einen neuen Aufbewahrungskasten für das Instrument hat das Wissenschafts- und Kulturministerium 2023 und 2024 insgesamt 45.000 Euro zur Verfügung gestellt.
„Mit der Restaurierung der Residenzgambe haben wir einen kulturellen Schatz des Landes wiederbelebt, auf den wir stolz sein können“, so Bettina Martin. „Doch damit diese Investition sich auszahlt, muss das Instrument auch gespielt werden. Es freut mich deshalb sehr, dass der Musikverein Mecklenburg-Vorpommern e.V. sofort Feuer und Flamme für das Projekt war und seine 28. Tage der Alten Musik ,im Zeichen der Gambe' veranstaltet. 250 Jahre nachdem sie gebaut wurde, erklingt damit die Gambe am heutigen Abend wieder in einem Solokonzert.“
Das Kulturministerium unterstützt die 28. Tage der Alten Musik mit 7.300 Euro. Außerdem wird der Musikverein MV unterstützt durch die Stadt Schwerin, den NDR, die Stiftung Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und die Ehrenamtsstiftung. Die Tage Alter Musik gehen noch bis Sonntag, mit Konzerten in der VHS Schwerin, der Schweriner Paulskirche und dem Campus am Turm. Die Residenzgambe selbst wird am Freitagabend um 18 Uhr in einem Solokonzert im Festsaal des Landeskirchenamtes in Schwerin gespielt. Solist ist der renommierte Leipziger Musiker Thomas Fritzsch, der die Gambe für ein Jahr als Leihgabe erhalten hat, um sie zu spielen.