23.07.2024

Weltnaturerbe: Buchenwälder

An einem Hang an der Steilküste stehen ungefähr zehn Buchen. Der Blick fällt hinab auf die Ostsee.
Die Buchenwälder auf der Halbinsel Jasmund zogen bereits die Maler der Romantik in ihren Bann.

Sattes Grün, hügeliges Waldland voller Seen und Moore, dazu Kreidefelsen und Meer – die alten Buchenwälder Mecklenburg-Vorpommerns verzaubern Besuchende. 

Mecklenburg-Vorpommern beheimatet eines der wertvollsten Naturwelterben Europas: die beeindruckenden Buchenwälder. Diese Wälder sind Paradies und lebendiges Zeugnis der natürlichen Vielfalt und Geschichte der Region.

Buchenwälder auf einen Blick

Ein Moor mit abgestorbenen und umgekippten Baumstämmen im Sommer.
Die Moore bieten Pflanzen und Tieren einen einzigartigen Lebensraum.

Die Buchenwälder in Mecklenburg-Vorpommern sind Teil der „Alten Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas". Sie gelten seit 2011 als Unesco-Weltnaturerbe.

Genetisches Reservoir seltener Arten

Die Buchenwälder stehen als außergewöhnliches Beispiel für ungestörte, komplexe Laubwälder der gemäßigten Zone. Der Lebensraum beinhaltet die vollständigsten und umfangreichsten ökologischen Muster und Prozesse reiner Bestände der europäischen Buche. Als Weltnaturerbe bewahren die Wälder das unschätzbare genetische Reservoir der Buche und vieler Arten, die mit diesen Habitaten verbunden und von ihnen abhängig sind.

Artenvielfalt, Wanderwege, Klimaschutz

Die bedeutendsten Buchenwälder zählen ein 268 Hektar großes Gebiet um Serrahn, Teilgebiet des Müritz Nationalparks östlich von Neustrelitz, und ein 493 Hektar großes Areal auf der Rügener Halbinsel Jasmund, Teilgebiet des Nationalparks Jasmund.

Biodiversität: Hohe Artenvielfalt, darunter seltene Pflanzen und Tiere wie der Mittelspecht sowie die Bechsteinfledermaus.

Naturerlebnis: Eindrucksvolle Wanderwege durch uralte Wälder und spektakuläre Aussichtspunkte, z.B. die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund.

Ökologischer Wert: Die Buchenwälder sind wichtige Kohlenstoffspeicher und spielen eine zentrale Rolle im Klimaschutz.

Eine Eidechse sitze auf einem Baumstamm, dessen Ast abgesplittert ist.
Eine seltene Waldeidechse fühlt sich im Buchenwald wohl.

Erbe der natürlichen Evolution

Die Buchenwälder bezeugen eine einzigartige geologische und klimatische Entwicklung. Nach der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren begann sich die Vegetation zu verändern. Die Buche setze sich als konkurrenzstarke Baumart nach und nach durch und prägte die Wälder der Region. 

In den Habitaten gedeiht heute eine einzigartige Pflanzenvielfalt. Neben der dominanten Rotbuche (Fagus sylvatica) wachsen eine Vielzahl von Farnen, Moosen und blühenden Pflanzen wie das Maiglöckchen und die Waldanemone. Diese Pflanzen entscheidenden über das Ökosystem, indem sie den Boden schützen und zahlreichen Tieren Lebensraum bieten. Säugetiere wie der Rothirsch, das Wildschwein und die seltene Bechsteinfledermaus und Vogelarten wie der Mittelspecht und der Schwarzstorch fühlen sich heimisch. Dazu kommt eine vielfältige Insektenwelt mit seltenen Käferarten und Schmetterlingen.

Buchenwald mit schneebedecktem Boden und Blick auf einen See.
Der Winter verzaubert die Buchenwälder.

Wandel mit den Jahreszeiten

Die Jahreszeiten verändern die Buchenwälder. Im Frühling erwacht die Natur: frisches Grün, Frühjahrsblumen wie das Buschwindröschen und nistende Zugvögel. Der Sommer taucht die Buchenwälder in dichtes, grünes Laub. Unter dem Blätterdach herrscht das rege Treiben der Waldbewohner. Im Herbst bieten die Buchenwälder ein spektakuläres Farbenspiel. Pilze sprießen. Im Winter kehrt Ruhe ein. Verschneite Landschaften schaffen eine stille, fast magische Atmosphäre. Die Spuren der Tiere im Schnee erzählen Geschichten von ihrem Überlebenskampf in der kalten Jahreszeit.

Serrahner Buchenwald entdecken
Nationalpark Jasmund an der Ostsee